Eine „verrückte Idee″

10. October 2018
10. October 2018 Ingo Rasch

2016 hatte ich die verrückte Idee, mich bei Ninja Warrior Germany zu bewerben. Also habe ich es getan.

Eigentlich wollte ich nur die Elemente ausprobieren, weil es nach sehr viel Spaß aussah. Ins Fernsehen zu kommen, war gar nicht mein Ziel. Aber es gab in meiner Umgebung weder ein Gym noch eine andere Location, in der ich diese Element hätte ausprobieren können. Also sagte ich zu Ruth: Dann bewerbe ich mich halt. Gesagt – getan.

2017 hatte ich die verrückte Idee, aus Ninja Warrior ein Sportkonzept zu entwickeln, an dem auch normale Menschen ab 30 bis 60 Spaß haben. Also habe ich es getan.

Während meines Trainings für die Show wurde mir sehr schnell klar, dass ich gegen die jungen Athleten aus dem Sportbereich keine Chance habe. Aber das wollte ich auch gar nicht. Ich wollte in den Parcours. Da ich geschäftlich viel unterwegs bin, musste ich Möglichkeiten finden zu trainieren, egal wo ich gerade bin. Als Trainer hatte ich einen Vorteil: Ich weiß, wie man trainiert. Stufe 1: Wissen über erfolgreiche Techniken besorgen. Also schaute ich über youtube unzählige Videos aus den USA. Ich suchte und entdeckte Bewegungsmuster bei den erfolgreichen Warriors aus America. Stufe 2: Mein Hotelzimmer, Spielplätze und der Wald werden mein Trainingsraum. Ich trainierte gezielt die Finger-, Hand- und Armkraft. Ich trainierte gezielt Körperspannung und -beweglichkeit. Ich trainierte gezielt Balance und Koordination – jeden Tag. Aus dem (wenn stabil) Kleiderschrank wurde mein Kletterelement, der Schreibtisch meine Klimmzugstange, der Stuhl mein Balanceboard usw. und dabei entdeckte ich das Muster, mit dem man richtig fit wird und noch eine Menge Spaß hat: Den Ninja Hero Urban Trail: Ein Konzept aus 5 Säulen ist in meinem Kopf geboren.

2017 hatte ich die verrückte Idee, das Ninja Hero Konzept zum Leben zu erwecken. Also habe ich es getan.

Der erste Gedanke war, ich mache eine eigene Halle auf! Yeah! Seit ca. März 2017 bin ich dran – Status: Ich arbeite dran. Ich suchte eine Halle, ich suchte Produzenten und Lieferanten, bei denen ich meine Geräte bauen oder beziehen kann. Ich musste lernen, wie meine Geräte technisch umsetzbar sind, ohne in eine Kostenexplosion zu geraten, die die riesigen Trassen und Traversen natürlich auslösen. Ich besuchte unzählige Trampolin-, Ninja- und Sporthallen in England, Spanien, Polen, Deutschland. Ich schaute mir ca. 3 Dutzend Hallen im Umkreis von Köln an. Ich traf mich mit ca. 1 Dutzend Anbietern für Fitnessgeräte. Neben meinem Job wurde Ninja Hero zu meinem Hobby. Zum Glück war Ruth sofort Feuer und Flamme und immer mit dabei – unsere Freizeitgestaltung 2017 war leidenschaftlich sportlich.

2018 hatte ich die verrückte Idee, meine berufliche Zukunft zu 100% auf Ninja Hero zu bauen. Also habe ich es getan.

Dann der erste Durchbruch: Ich finde einen Kompagnon für dieses große Abenteuer. Dann der 2. Durchbruch: Wir ändern unsere Strategie. Bevor wir eine Halle aufmachen, eröffnen wir ein Testcenter / Showroom / Schulungscenter für Ninja Hero. Und dann organisch wachsen. Wir finden eine passende Lagerhalle, die unsere Kriterien erfüllt. Jetzt wird es ernst – machen oder nicht? Wenn, dann richtig oder gar nicht. Und das bedeutet für mich: Die 50%-Anteile an einer sehr gut laufenden Trainingsfirma zu verkaufen. Evtl. ein Jahr ohne stetiges Einkommen zu leben. Das Eigenkapital einbringen, ohne die Sicherheit zu haben, dass Ninja Hero erfolgreich wird. Die Überzeugung liegt bei 150% – aber…. Ich finde einen Käufer…. machen oder nicht? Herz, Kopf und Bauch sagen: Machen. Ich sage: Machen. Gemacht. Ende März verkaufte ich meine Anteile. Die Arbeit begann. Produkte definieren und die Produzenten / Lieferanten fixieren. Anfang August gründen Marc und ich eine GbR. Anfang September schließen wir den Mietvertrag für die Halle ab. Die ersten Prototypen werden bestellt. Los geht’s!